Als wir vor etwa 20 Jahren nach Südfrankreich zogen, schien die Installation von Solarmodulen eine naheliegende Entscheidung zu sein.
Schließlich waren wir in eine der sonnigsten Regionen Frankreichs gezogen. Warum sollten wir all diese kostenlose Energie, die auf unser Dach fällt, nicht nutzen?
Also haben wir uns damit befasst.
Damals konnten uns die Zahlen jedoch einfach nicht überzeugen. Photovoltaikanlagen waren damals erheblich teurer als heute, die Technologie war noch nicht so ausgereift, und auf der Grundlage der uns damals vorliegenden Angebote und Berechnungen war die erwartete Amortisationszeit schlichtweg zu lang.
Auch die staatlichen Fördermaßnahmen änderten sich, wodurch die finanzielle Kalkulation weniger vorhersehbar wurde.
Für uns war Solarenergie zwar aus ökologischer Sicht sinnvoll – finanziell jedoch nicht ausreichend rentabel.
Also haben wir es nicht getan.
Zwanzig Jahre später hat sich die Berechnung für Solarmodule geändert
Heute sind wir zu einer ganz anderen Schlussfolgerung gelangt.
Nicht, weil die Sonne stärker scheint als vor 20 Jahren, sondern weil sich fast alles andere verändert hat.
Solarzellen haben sich erheblich verbessert. Moderne Photovoltaikmodule haben laut Angaben der französischen Regierung in der Regel eine erwartete Lebensdauer von etwa 25 bis 30 Jahren, auch wenn Komponenten wie der Wechselrichter möglicherweise schon früher ausgetauscht werden müssen.
Gleichzeitig hat sich der Strompreis drastisch in die entgegengesetzte Richtung entwickelt.
Nach Angaben des französischen Statistikamtes INSEE lag der Index für die Strompreise für private Haushalte im Jahr 2006 bei 72,0. Bis zum Jahr 2025 war er auf 146,9 gestiegen.
Mit anderen Worten: Trotz einiger Schwankungen von Jahr zu Jahr haben sich die Strompreise für französische Haushalte seit 2006 mehr als verdoppelt.
Und diese Zuwächse verliefen nicht nur schrittweise.
Offizielle Statistiken der französischen Regierung zeigen, dass der durchschnittliche Strompreis für Privathaushalte im Jahr 2024 280 € pro MWh erreichte – was 0,28 € pro kWh entspricht –, was einem Anstieg von 18,4 % innerhalb nur eines Jahres entspricht, nachdem bereits zwischen 2022 und 2023 ein Anstieg von 14,4 % verzeichnet worden war.
Aber gibt es in Frankreich nicht günstigen Atomstrom?
Das ist eine interessante Frage.
Frankreich verfügt tatsächlich über eines der weltweit größten Kernkraftwerke.
Im Jahr 2025 erzeugten Kernkraftwerke 373 TWh Strom und machten 68,1 % der französischen Stromerzeugung aus. Zusammen machten Kernkraft und erneuerbare Energien bemerkenswerte 95,2 % der in Frankreich (Festland) erzeugten Strommenge aus.
Frankreich erzeugt daher Strom mit bemerkenswert geringem CO₂-Ausstoß.
Das bedeutet jedoch nicht, dass der Strom, der in Ihre Villa gelangt, günstig ist.
Ihre Stromrechnung umfasst weit mehr als nur die Kosten für die Erzeugung eines Elektrons in einem Kernkraftwerk. Sie umfasst auch die Kosten für das Stromnetz, Steuern, Abgaben, die Kosten des Versorgers sowie die allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des französischen und europäischen Strommarktes.
Im Jahr 2024 beispielsweise setzte sich der durchschnittliche Strompreis für Privathaushalte in Frankreich in Höhe von 280 €/MWh ungefähr wie folgt zusammen:
150 €/MWh Stromversorgungs
, 65 €/MWh Netzkosten
, 65 €/MWh Steuern.
Somit entfielen weniger als 54 % des Endpreises für Haushaltsstrom auf die Stromversorgungskomponente selbst.
Dies trägt dazu bei, einen scheinbaren Widerspruch zu erklären:
Frankreich ist in der Lage, enorme Mengen an relativ CO₂-armem Atomstrom zu erzeugen, während die Stromrechnungen der Haushalte dennoch erheblich steigen.
Und das verändert die Berechnung der Solarleistung
Vor zwanzig Jahren haben wir eine teure Photovoltaikanlage mit relativ kostengünstigem Netzstrom verglichen.
Heute sieht die Situation anders aus.
Sie vergleichen moderne Solarmodule mit einer typischen Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren mit den Strompreisen, die sich laut INSEE seit 2006 mehr als verdoppelt haben.
Und es gibt noch einen weiteren wichtigen Unterschied für Immobilienbesitzer an der Côte d’Azur.
Viele Villen verbrauchen gerade dann viel Strom, wenn die Solarmodule ihn erzeugen:
- die Filterung des Schwimmbeckens tagsüber;
- Klimaanlage an heißen, sonnigen Nachmittagen;
- Wärmepumpen;
- elektrische Warmwasserbereitung;
- Elektrofahrzeuge;
- Gästeunterkunft;
- Sommerküchen und Poolhäuser.
Das macht den Eigenverbrauch besonders interessant.
Anstatt zu fragen:
„Wie viel wird mir jemand für den Strom von meinem Dach bezahlen?“
Umso dringlicher wird die Frage:
„Wie viel teuren Strom kann ich vermeiden, aus dem Netz zu beziehen?“
Das ist eine grundlegend andere wirtschaftliche Kalkulation.
Damals waren wir skeptisch. Genau deshalb sind wir jetzt interessiert.
Wir sind nicht plötzlich zu Solarverkäufern geworden.
Tatsächlich ist unsere eigene Erfahrung ein Grund dafür, dass wir Solarenergie anders angehen.
Vor zwanzig Jahren haben wir uns die Zahlen angesehen und beschlossen, nicht zu investieren.
Heute haben wir uns die Zahlen noch einmal angesehen – und festgestellt, dass sich die Wirtschaft, die Technologie und der Energiemarkt erheblich verändert haben.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Villa über 20 Solarmodule verfügen sollte.
Das bedeutet nicht, dass jeder eine Batterie benötigt.
Und das bedeutet ganz sicher nicht, dass jedes Angebot für eine Solaranlage eine gute Investition ist.
Das bedeutet, dass die Solarenergie an der Côte d’Azur erneut einer korrekten Berechnung unterzogen werden sollte.
Und dieses Mal können die Zahlen überraschend überzeugend sein.
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